Während einige Unternehmen konsequent gendern, verzichten andere bewusst darauf. Dazwischen gibt es viele pragmatische Lösungen. Entscheidend ist weniger die Ideologie als vielmehr die Frage: Welche Sprache passt zur eigenen Zielgruppe, zur Marke und zum Kommunikationsziel?
Was bedeutet Gendern überhaupt?
Unter Gendern versteht man sprachliche Formen, die alle Geschlechter sichtbar machen sollen. Dafür gibt es unterschiedliche Varianten.
- Genderstern: Mitarbeiter*innen
- Doppelpunkt: Mitarbeiter:innen
- Neutrale Formulierung: Mitarbeitende
Viele Unternehmen setzen heute bevorzugt auf neutrale Formulierungen, weil sie den Lesefluss weniger stören und in der Unternehmenskommunikation oft natürlicher wirken.
Gendergerechte Sprache in der Unternehmenskommunikation
Ob Website, Medienmitteilung, Recruiting oder Social Media: Unternehmen müssen entscheiden, wie gendergerechte Sprache in der täglichen Kommunikation eingesetzt wird. Wichtig ist eine konsistente Linie über alle Kanäle hinweg. Besonders öffentliche Institutionen, Bildungsorganisationen oder Unternehmen mit starkem Fokus auf Employer Branding achten bewusst auf inklusive Sprache. Andere Organisationen setzen dagegen stärker auf Lesbarkeit und klassische Formulierungen.
Vorteile gendergerechter Sprache
- alle Geschlechter werden angesprochen
- moderne und offene Wahrnehmung
- Unterstützung der Arbeitgebermarke
- Sensibilität gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen
Beispiel aus dem Recruiting - Klassisch: Wir suchen einen Projektleiter.
- Gendergerecht: Wir suchen eine Projektleiterin oder einen Projektleiter.
- Neutral: Wir suchen eine Fachperson in der Projektleitung.
Gerade im Recruiting kann Sprache beeinflussen, wie offen und zugänglich ein Unternehmen wahrgenommen wird.
Beispiel aus der Kundenkommunikation
- Klassisch: Wir begleiten unsere Kunden bei Bauprojekten.
- Gendergerecht: Wir begleiten unsere Kundinnen und Kunden bei Bauprojekten.
- Neutral: Wir begleiten Unternehmen und Privatpersonen bei Bauprojekten.
In der Kundenkommunikation zeigt sich schnell, wie unterschiedlich Sprache wirken kann. Während manche Zielgruppen gendergerechte Formulierungen erwarten, bevorzugen andere eine möglichst natürliche und leicht lesbare Sprache.
Warum viele Unternehmen bewusst zurückhaltend gendern
Viele Unternehmen entscheiden sich bewusst gegen konsequentes Gendern oder setzen gendergerechte Sprache nur punktuell ein. Die Gründe dafür sind meist pragmatisch. Häufig genannt werden:
- bessere Lesbarkeit
- natürlicher Sprachfluss
- klarere Verständlichkeit
- bessere Akzeptanz bei bestimmten Zielgruppen
- konsistente Corporate Language
Im Marketing, auf Webseiten oder in der Medienarbeit steht häufig die schnelle Verständlichkeit im Vordergrund.
Gendern und SEO: Was Unternehmen beachten sollten
Aus SEO-Sicht lohnt sich ein pragmatischer Ansatz. Denn Nutzer suchen meist nach klassischen Begriffen. Gesucht wird beispielsweise eher nach:
- «Projektleiter Basel»
- «Elektriker Zürich»
- «Kommunikationsagentur Zug»
und weniger nach:
- «Projektleitung Basel»
- «Fachperson Elektrik Zürich»
- «Kommunikationsagent Zug».
Das bedeutet nicht, dass Gendern schlecht für SEO ist. Suchmaschinen verstehen gendergerechte Sprache grundsätzlich gut. Trotzdem bleiben klassische Suchbegriffe oft relevanter für die Suchmaschinenoptimierung.
Empfehlung für SEO-Texte- Hauptkeywords suchorientiert verwenden
- Lesbarkeit priorisieren
- gendergerechte Sprache konsistent einsetzen
- unnötig komplizierte Formulierungen vermeiden
Gerade bei Webseiten gilt: Gute Texte müssen korrekt formuliert sein und rasch verständlich bleiben.
Welche Gender-Strategie funktioniert für Unternehmen?
In der Unternehmenskommunikation gibt es selten Schwarz oder Weiss. Entscheidend ist eine bewusste und konsistente Linie. Viele Unternehmen fahren heute mit einer pragmatischen Lösung gut:
- neutrale Formulierungen bevorzugen
- Genderzeichen zurückhaltend einsetzen
- Lesbarkeit priorisieren
- Zielgruppen berücksichtigen
- klare interne Sprachrichtlinien definieren
FAQ: Häufige Fragen zum Gendern in Texten
- Muss man in der Schweiz gendern? Nein. In der Schweiz gibt es keine allgemeine gesetzliche Pflicht zum Gendern. Viele Institutionen oder öffentliche Stellen definieren jedoch eigene Sprachrichtlinien.
- Ist Gendern schlecht für SEO? Nein. Suchmaschinen verstehen gendergerechte Sprache grundsätzlich gut. Trotzdem suchen Nutzer meist nach klassischen Begriffen. Deshalb sollten SEO, Lesbarkeit und Suchverhalten gemeinsam berücksichtigt werden.
- Welche Genderform ist am besten lesbar? Viele Unternehmen bevorzugen neutrale Formulierungen wie «Mitarbeitende», «Team» oder «Fachpersonen», weil sie den Lesefluss weniger stören.
- Wie gendern Unternehmen professionell? Viele Organisationen setzen auf pragmatische Lösungen: neutrale Begriffe, klare Sprachrichtlinien und eine konsistente Kommunikation über alle Kanäle hinweg.
Fazit: Die passende Sprache entsteht nicht zufällig
Gendern in Texten bleibt ein sensibles Thema. Gerade deshalb lohnt sich ein bewusster und konsistenter Umgang mit Sprache. Gute Unternehmenskommunikation orientiert sich nicht an Ideologien, sondern an Zielgruppen, Verständlichkeit und Wirkung.
Ob klassisch, gendergerecht oder neutral formuliert wird: Entscheidend ist, dass die Sprache zur Marke passt und über alle Kanäle hinweg glaubwürdig bleibt. Ein klar definiertes Corporate Wording hilft Unternehmen dabei, einen einheitlichen Sprachstil zu entwickeln.
Nächster Schritt: Lassen Sie Ihre Kommunikation prüfen
Wie wirkt Ihre Sprache nach aussen? Ist Ihr Sprachstil verständlich, konsistent und zeitgemäss? Wir analysieren Ihre Unternehmenskommunikation und zeigen auf, wo Optimierungspotenzial besteht.
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