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Junge Frau mit Brille am Telefon.
Medienarbeit

Medienmitteilung: 10 typische Fehler und wie Sie diese vermeiden

Jeden Tag landen unzählige Medienmitteilungen in den Postfächern von Redaktionen. Die meisten werden nie veröffentlicht. Oft liegt das nicht am Thema selbst, sondern an vermeidbaren Fehlern bei Inhalt, Aufbau oder Versand.
  • Wer eine Medienmitteilung schreibt, sollte die Bedürfnisse von Medienschaffenden kennen. Mit den folgenden zehn Tipps vermeiden Sie typische Stolpersteine und erhöhen die Chancen auf eine erfolgreiche Berichterstattung.

     


    Fehler 1: Das Thema hat keinen Nachrichtenwert

    Die wichtigste Frage lautet: Warum sollte sich jemand für dieses Thema interessieren?

    Nicht jede Unternehmensmeldung ist automatisch eine Nachricht. Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen, sollten Sie den Nachrichtenwert kritisch hinterfragen.

    Besonders berichtenswert sind Themen mit:

    • Aktualität
    • Neuigkeitswert
    • regionaler Nähe
    • gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Relevanz
    • Konfliktpotenzial
    • Überraschungseffekt
    • prominenten Beteiligten
    • emotionaler Bedeutung

    Fehlt der Nachrichtenwert, wird auch die beste Medienmitteilung kaum Wirkung entfalten.

     


    Fehler 2: Die Medienmitteilung klingt wie Werbung

    Medienmitteilungen sind keine Werbeanzeigen. Medienschaffende interessieren sich für Fakten, Entwicklungen und Hintergründe, nicht für Eigenlob.

    Weniger geeignet:

    Die innovative Muster AG setzt mit ihrer zukunftsweisenden Lösung neue Massstäbe.

    Besser:

    Die Muster AG eröffnet in Zug einen neuen Produktionsstandort und schafft 50 Arbeitsplätze.

    Je sachlicher und konkreter die Aussage, desto höher die Chance auf Berichterstattung.

     


    Fehler 3: Titel und Lead überzeugen nicht

    Titel und Lead entscheiden oft darüber, ob eine Medienmitteilung gelesen wird.

    Ein guter Titel bringt die Nachricht auf den Punkt. Der Lead fasst die wichtigsten Informationen in wenigen Sätzen zusammen.

    Schwach:

    Erfolgreiches Geschäftsjahr 2025

    Besser:

    Muster AG steigert Umsatz um 18 Prozent und schafft 30 neue Arbeitsplätze

    Medienschaffende sollten sofort erkennen, worum es geht und weshalb das Thema relevant ist.

     


    Fehler 4: Die W-Fragen bleiben unbeantwortet

    Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum?

    Diese Fragen gehören an den Anfang jeder Medienmitteilung. Medienschaffende haben weder Zeit noch Interesse, wichtige Informationen zusammenzusuchen.

    Je schneller die wichtigsten Fakten ersichtlich sind, desto einfacher wird die Weiterverarbeitung.

     


    Fehler 5: Der Textaufbau ist unnötig kompliziert

    Redaktionen arbeiten unter hohem Zeitdruck. Deshalb gilt: Das Wichtigste zuerst.

    Die Hauptbotschaft gehört an den Anfang, nicht an das Ende der Medienmitteilung. Zusätzliche Informationen, Hintergründe und Details folgen erst danach.

    Auch gut formulierte Zitate können helfen, Aussagen einzuordnen und einer Medienmitteilung Persönlichkeit zu verleihen.

    Beispiel:

    «Mit dem neuen Standort schaffen wir die Voraussetzungen für weiteres Wachstum und zusätzliche Arbeitsplätze in der Region», sagt CEO Max Muster.

    Wer seine Botschaft versteckt, riskiert, dass sie nie gelesen wird.

     


    Fehler 6: Zu viele Themen in einer Medienmitteilung

    Eine Medienmitteilung sollte sich auf eine Hauptbotschaft konzentrieren.

    Wer gleichzeitig über ein neues Produkt, ein Jubiläum, eine Personalie und einen Nachhaltigkeitsbericht informiert, verwässert die Aussage.

    Die einfache Regel lautet: Ein Thema, eine Medienmitteilung.

     


    Fehler 7: Der Medienverteiler passt nicht zum Thema

    Nicht jede Medienmitteilung ist für jedes Medium relevant.

    Eine lokale Baustelle interessiert die Regionalzeitung, aber kaum ein nationales Wirtschaftsmagazin. Umgekehrt wird ein Fachmedium andere Informationen erwarten als die Lokalpresse.

    Erstellen Sie zielgerichtete Medienverteiler und passen Sie Ihre Informationen an die jeweiligen Zielgruppen an.

     


    Fehler 8: Bilder und Hintergrundinformationen fehlen

    Eine Medienmitteilung allein genügt oft nicht.

    Je nach Thema benötigen Medienschaffende zusätzlich:

    • Hintergrundinformationen
    • Faktenblätter
    • Grafiken
    • Bilder in Druckqualität
    • Videomaterial
    • Kontaktpersonen für Rückfragen

    Je einfacher Sie der Redaktion die Arbeit machen, desto höher ist die Chance auf eine Berichterstattung.

     


    Fehler 9: Die Medienmitteilung wird unprofessionell versendet

    Auch eine gute Medienmitteilung kann scheitern, wenn sie unprofessionell zugestellt wird.

    Typische Fehler sind:

    • nichtssagende Betreffzeilen
    • grosse Mailanhänge
    • Versand ausschliesslich als PDF
    • fehlende Kontaktangaben
    • unpersönliche Massenmails
    • veraltete Medienverteiler

    Versenden Sie Medienmitteilungen als gut lesbaren Mailtext und stellen Sie ergänzende Bilder oder Dokumente über Downloadlinks zur Verfügung. Das erleichtert den Medienschaffenden die Weiterverarbeitung.

     


    Fehler 10: Die Medienmitteilung wird nicht weiterverwendet

    Viele Unternehmen verschicken eine Medienmitteilung einmalig und schöpfen ihr Potenzial nicht aus.

    Dabei eignet sich eine Medienmitteilung häufig auch für:

    • News auf der Website
    • Medienbereich oder Mediencorner
    • LinkedIn und andere soziale Netzwerke
    • Newsletter
    • Kundenkommunikation

    Wer Inhalte mehrfach nutzt, erhöht die Reichweite und erzielt mehr Wirkung mit demselben Aufwand.

     


    Fazit: Gute Medienmitteilungen liefern Nachrichten statt Werbung

    Erfolgreiche Medienmitteilungen sind relevant, verständlich aufgebaut und auf die Bedürfnisse von Medienschaffenden zugeschnitten. Sie liefern Fakten statt Werbeslogans, beantworten alle wichtigen Fragen und machen die Nachricht auf einen Blick verständlich.

    Ebenso wichtig sind ein professioneller Versand und die gezielte Weiterverwendung der Inhalte über verschiedene Kommunikationskanäle. Wer hier keine Fehler macht, erhöht die Chancen auf Berichterstattung und stärkt gleichzeitig die Glaubwürdigkeit seines Unternehmens.

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